Fußball - Herren - Haste Schei*e am Fuß, haste Schei*e am Fuß

SV Lok Nossen - SV Traktor Priestewitz 1:4 (0:1)

Nossen, 30.04.2017 - Anstoß 15:00 Uhr

Die Floskel von Andreas Brehme in der Überschrift sagt alles über das heutige Spiel. Aufgrund der gestrigen Niederlage von Röderau-Bobersen gegen Weinböhla bestand heute für die Lok-Elf die Möglichkeit bis auf einen Zähler an diese heranzurücken. Somit sollten im vorletzten Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten SV Traktor Priestewitz die Punkte im Muldental bleiben.

Dementsprechend begannen auch die Gastgeber. Es wurden spielerische Mittel und der Zweikampf gesucht, um die Priestewitzer Abwehr auszuhebeln. Ein Standard brachte die erste Gelegenheit für Nossen. Stephan Großjohann´s Schuss strich knapp am langen Pfosten vorbei. Priestewitzs Antwort waren über das gesamte Spiel lange Bälle. So einer rutschte in der 19. Minute durch die Nossner Hintermannschaft und Florian Czayka schoss zur 0:1 Gästeführung ein. Nossen spielte weiter nach vorn und kam zu sehr guten Möglichkeiten. Zuerst vergab Falk Lantzsch nach Hereingabe von René Scholz aus Nahdistanz. Kurz darauf scheiterte Rico Baum am Querbalken. Ein erneuter langer Ball brachte die Möglichkeit für die Gäste, auf 0:2 zu erhöhen. Der Angreifer steuerte im Alleingang auf das Nossner Tor zu, sein Abschluss ging aber über das Tor. Es folgte die erste strittige Szene des Spiels. Ein Schussversuch von Stephan Großjohann wurde vom Gegner abgefälscht und landete bei Stefan Weinert, der zum vermeintlichen Ausgleich einschoss. Der Schiedsrichter-Assistent hob aber die Abseitsfahne und es blieb beim 0:1 Pausenstand.

Nossen behielt in Hälfte zwei weiterhin das Zepter und wollte früh den Ausgleich. Robin Brucke´s Abschluss strich knapp am rechten Winkel vorbei. Erik Bewilogua war es, der in der 50. Minute die Nossner Pläne über den Haufen warf. Da die Nossner Abwehr nicht entscheidend eingriff, konnte er im Alleingang die Gästeführung ausbauen. Der Anschlusstreffer erfolgte gemäß der aktuellen Situation auf kuriose Art. Ein Freistoß von der Mittellinie segelte durch den Strafraum. Keiner kam an den Ball und der Gästekeeper konnte ihn nur noch hinter der Linie fangen. Als Torschütze trug sich somit Sebastian Drosdzol ein (78.). Im Anschluss hatte Stefan Weinert gleich zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Zuerst kam er nach einer Kopfballverlängerung von Falk Lantzsch zum Schuss. Diesen konnte jedoch der der Gästekeeper entschärfen. Die zweite Gelegenheit ging am langen Pfosten vorbei, nachdem Stephan Großjohann ihn mit einem überlegten Pass in die Spitze in Position brachte. Kurz darauf war Nossen im Glück. Ein Torversuch von den Gästen landete am Pfosten. Nun folgte die zweite strittige Szene des Spiels. Eine Flanke von Stephan Großjohann köpfte Stefan Weinert auf das Tor. Der Hüter hielt den Ball nicht fest und Lukas Schelauske schob zum wiederholten vermeintlichen Ausgleich ein. Wieder war die Fahne oben, was doch sehr zu Gunsten der Gäste ausgelegt wurde. Das ungeschriebene Gesetz, "im Zweifel für den Angreifer", hatte heute keine Wertigkeit. Das 1:3 fiel in der 90. Minute durch Michael Koßlitz. Ein Schnitzer von Julian Bock, der kurzfristig für den verletzten Frank Schirrmeister zwischen den Pfosten stand, ermöglichte dieses. In Minute 92 verzeichnete der Unparteiische seinen "Schnitzer". Eine Allerweltssituation zwischen Julian Bock und dem Priestwitzer Angreifer im Strafraum, die im Mittelfeld ständig vor kommt, wertete der Schiri als Foulspiel und entschied auf Strafstoß. Erik Bewilogua verwandelte diesen sicher zum 1:4 Endstand.

Jeder einzelne des Schiedsrichtergespanns hat sich einen gravierenden Fehler geleistet, der die Richtung des Spiels entscheidend verändert hat oder zum Tor führte, jedoch konnte man heute mit den Unparteiischen über diese Entscheidungen im Nachhinein sachlich diskutieren, was mittlerweile auch einen Seltenheitswert darstellt. Die Nossner sollten dennoch nicht die Schuld beim Trio suchen. Es gab genügend Möglichkeiten, um die 3 Punkte im Muldental zu lassen. Unnötige Fehler im Spielaufbau brachten die Priestweitzer immer wieder gefährlich ins Spiel. Die Gäste mussten heute nicht agieren, sondern nur reagieren und kamen somit mit minimalem Aufwand zum Auswärtserfolg, was auch für eine gewisse Cleverness spricht. (Wei)

Aufstellung
Bock, Grundmann (77. Schelauske), Beyer, Drosdzol, Eichwald, Großjohann, Scholz, Brucke, Baum, Lantzsch, Weinert

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