Fußball - Herren - Derbysieg

SV Deutschenbora - SV Lok Nossen 1:5 (0:2)

Deutschenbora, 12.11.2017 - Anstoß 14:00 Uhr

Ein besonderer Spieltag erfordert besondere Maßnahmen. Da viele von den jungen Nosnern Spielern noch kein Derby im Männerbereich bestritten hatten, arbeitete man seit einigen Wochen auf das Spiel gegen Deutschenbora akribisch hin. Anders sah es bei den Gastgebern aus. Fast jeder in der Startaufstellung konnte auf Erfahrungen aus Spielen gegen Nossen zurückgreifen.

So traf sich der gesamte Lok-Kader rechtzeitig auf dem Muldentalsportplatz in Nossen zum gemeinsamen Mittagessen. Nach vielen Späßen und der letzten Zigarette fokussierte man sich langsam Richtung der bevorstehenden Aufgabe, die Derbysieg hieß. Da in Deutschenbora die Gästekabine Quadratmetermäßig gering ausgeprägt ist, zog man sich in Nossen um. Der Trainer gab Aufstellung, Marschroute und Instruktionen aus. Anschließend fuhr man die 2 km zum "Auswärtsspiel". Nach kurzem Handshake mit den nun mehr seit mehreren Jahren bekannten Gegenspielern wurde das Aufwärmprogramm absolviert und den wichtigen 90 Minuten stand nichts mehr im Wege. Viele Zuschauer fanden den Weg auf den Sportplatz nach Deutschenbora und gaben dem Derby einen würdigen Rahmen. Auch war es erfreulich, das Nossner Oberhaupt, Bürgermeister Uwe Anke bei diesem Event zu sehen.

In den Anfangsminuten merkte man beiden Mannschaften eine geringfügige Nervosität an, die sie aber schnell ablegten. Den ersten Warnschuss für Nossen setzte Stephan Großjohann aus der Ferne. Ein Standart war für die Gastgeber der erste Torversuch. Diese zwei Tatsachen spiegelten sich über das gesamte Spiel hinweg.
Nossen übernahm das Spiel und gewann die Oberhand im Zentrum. Die nicht ganz so optimalen Platzverhältnisse zwangen aber auch oftmals zu langen Bällen. Über einen Spielzug von linker Seite gelangen die Nossner in den gegnerischen Strafraum. Stephan Großjohann holte sich den Ball von der Grundlinie und schoss in die kurze Ecke ein (20.). Nur 6 Minuten später war es ein Freistoß aus dem Halbfeld, den Philipp Kunze zur 2:0 Führung einköpfte (26.). Dies war auch zugleich der verdiente Pausenstand.

Halbzeit Zwei wurde die große Bühne für Stephan Großjohann. Innerhalb von 14 Minuten traf er dreimal und brachte seine Mannschaft mit dem lupenreinen Hattrick auf Siegerkurs (55., 56., 69.). Deutschenbora machte immer wieder unerklärliche und einfache Fehler im Aufbau, die die Nossner sofort im Umkehrspiel in gefährliche Konter umwandelten und immer wieder den Gegner unter Druck setzten. Auch individuelle Fehler der Deutschenboraer Hintermannschaft sowie des Keepers brachten Nossen auf Erfolgsspur. Stephan Großjohann lauerte auf die genannten Fehler, stach immer wieder energisch dazwischen und belohnte sich und das Team mit dem Torerfolg. Deutschenbora konnte während des gesamten Spiels nur durch Standartsituationen und Fernschüsse auf sich Aufmerksam machen, was jedoch wenig Gefahr für die Hintermannschaft aus dem Muldental darstellte. Auch sonst stand die Hintermannschaft um Kapitän Felix Eichwald solide und konnte viele Situationen kämpferisch sowie spielerisch lösen. Eine Unkonzentriertheit brachte den Ehrentreffer für den Gastgeber. Ein Torversuch von Nossen wurde vom Gegner abgefälscht und ging ins Toraus. Statt auf Ecke entschied der Unparteiische auf Abstoß. Die Nossner haderten mit dem Schiedsrichter und missachteten den langen Ball. Dieser überflog die gesamte Mannschaft und Ronny Lindner kam zum Abschluss. Markus Bock traf beim Klärungsversuch nur das eigene Tor. In der Statistik wurde das Tor dem Angreifer zugesprochen.

Die Fehler aus der Vergangenheit waren fast nicht mehr zu erkennen. Man nahm die Zweikämpfe an, gewann diese und spielte einfachen Fußball mit seinem Nebenmann. Der Einsatz, Kampf und Siegeswille war bei den Gästen deutlicher zu sehen, als bei den Hausherren. Deutschenbora spielte nicht den Fußball, auf den man sich eingestellt hatte und verkaufte sich wahrscheinlich unter Wert.

So ein Derby ist auch für die Unparteiischen nicht so einfach. Der eigentlich erfahrene Schiedsrichter machte aber oftmals keine gute Figur. Sehr kleinliche Entscheidungen unterbrachen den Spielfluss. Eindeutige Sachen wurden nicht mit entsprechendem Maße bestraft. Glücklicherweise war der Spielstand recht eindeutig, ansonsten hätte der Spielverlauf für den Schiedsrichter eine noch höhere Herausforderung werden können.

Ein Derby mit vielen Emotionen auf und neben dem Platz, was aber dazu gehört. Viele Tore für den Zuschauer und Fair Play nach dem Spiel bei einem kühlen Kaltgetränk zwischen Spielern und Fans beider Lager. So muss das sein, das ist Fußball. Aus Nossner Sicht ein gelungener Spieltag auf dem man aufbauen muss. (Wei)

Aufstellung:
Schelauske F., Stelzner, Eichwald, Brucke, Röthling, Jakubowski (77. Bock M.), Weinhold, Goldschmidt, Giurea (57. Lantzsch T.), Kunze (70. Schelauske L.), Großjohann - Klein-Kremer, Lantzsch F., Grundmann, Bock J., Becker, Haupt

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